Stand: 10.08.2026
Neue DIN 18197:2026 – Was sich bei der Abdichtung von Betonfugen ändert
Mit der
DIN 18197:2026-08 „Abdichten von Fugen in Beton mit Fugenbändern“ liegt eine aktualisierte Fassung der seit 2018 geltenden Norm vor.
Die neue Ausgabe ersetzt die
DIN 18197:2018-01 und bringt insbesondere Überarbeitungen bei Anwendungsbereich, Begriffen, Planungsgrundsätzen und
der Auswahl geeigneter Fugenbänder.
Die Norm ist für die
Planung, Bemessung, Handhabung, Verarbeitung und den Einbau von Fugenbändern relevant. Diese werden eingesetzt,
um Fugen und Sollrissquerschnitte in Betonbauteilen gegen Bodenfeuchte sowie nicht drückendes und drückendes Wasser abzudichten.
Was ist neu?
Gegenüber der Ausgabe von 2018 wurde die Norm in mehreren Bereichen aktualisiert. Der Anwendungsbereich wurde angepasst, normative Verweisungen wurden auf den aktuellen Stand gebracht und verschiedene Begriffe wurden überarbeitet. Besonders relevant für die Praxis sind die überarbeiteten Planungsgrundsätze und Auswahldiagramme für Fugenbänder.
Damit soll die Auswahl und Planung der Fugenabdichtung besser an die jeweilige bauliche Situation angepasst werden können. Die neue Norm berücksichtigt dabei unter anderem unterschiedliche Fugenarten und deren Beanspruchungen.
Auch die Anforderungen an die praktische Handhabung werden konkret behandelt. Fugenbänder müssen beispielsweise bis zum Einbau entsprechend den Herstellerangaben gelagert, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und fachgerecht sowie spannungsfrei zum Einbauort gebracht werden.
Warum ist das wichtig?
Fugen gehören zu den besonders sensiblen Bereichen bei wasserundurchlässigen Betonkonstruktionen. Fehler bei Planung, Auswahl oder Einbau der Fugenabdichtung können später zu Feuchteeintritten und aufwendigen Sanierungsmaßnahmen führen.
Die aktualisierte DIN 18197 bietet deshalb eine wichtige Grundlage für die fachgerechte Planung und Ausführung von Fugenabdichtungen. Besonders bei Bauwerken, die dauerhaft Wasser ausgesetzt sind, kommt der richtigen Auswahl und Ausbildung der Fugenabdichtung eine zentrale Bedeutung zu.
Die Norm stellt zudem klar, dass Fugenabdichtungen eines Bauwerks ein geschlossenes Abdichtungssystem ergeben müssen. Damit wird deutlich, dass nicht nur das einzelne Fugenband betrachtet werden darf, sondern das Abdichtungskonzept des gesamten Bauwerks.
Was bedeutet das für die Praxis?
Für Planer, Bauunternehmen und Fachbetriebe lohnt sich ein Blick in die neue Ausgabe insbesondere bei neuen Projekten mit wasserundurchlässigen Betonbauteilen.
Bei der Planung sollten unter anderem die vorhandene Fugenart, die zu erwartende Wasserbeanspruchung, die Bewegungen beziehungsweise Verformungen der Konstruktion sowie die geeignete Art des Fugenbandes berücksichtigt werden.
Auch auf der Baustelle bleibt eine sorgfältige Verarbeitung entscheidend. Transport, Lagerung, Einbau und die Ausbildung der Fugenbandverbindungen müssen fachgerecht erfolgen, damit die geplante Abdichtungswirkung tatsächlich erreicht wird.
Fazit
Die DIN 18197:2026-08 bringt keine komplette Neuausrichtung der Fugenabdichtung, aktualisiert aber wichtige Grundlagen für deren Planung und Ausführung. Überarbeitete Planungsgrundsätze, aktualisierte normative Verweisungen und neue beziehungsweise angepasste Auswahldiagramme machen die neue Ausgabe für die Praxis relevant.
Wer mit Fugenabdichtungen in wasserundurchlässigen Betonkonstruktionen arbeitet, sollte daher prüfen, welche Auswirkungen die aktualisierte Norm auf zukünftige Planungen und Ausschreibungen hat.
Stand: 03.08.2026
Modernisierte Ausbildungsordnungen stärken die Zukunft der Bauwerksabdichtung
Was ist neu?
Seit dem 1. August 2026 gelten in Deutschland modernisierte Ausbildungsordnungen für insgesamt 19 Bauberufe. Damit werden die Ausbildungsinhalte an die heutigen Anforderungen der Bauwirtschaft angepasst. Themen wie Digitalisierung, nachhaltiges Bauen und moderne Arbeitsmethoden spielen künftig eine deutlich größere Rolle.
Auch die Bauwerksabdichtung profitiert von dieser Reform. Auszubildende lernen den Umgang mit modernen Abdichtungssystemen, neuen Materialien und digitalen Hilfsmitteln. Gleichzeitig werden Themen wie Feuchteschutz, energetische Sanierung und nachhaltiges Bauen stärker in den Ausbildungsalltag integriert.
Warum ist das wichtig?
Die Anforderungen an Fachkräfte im Bauwesen steigen kontinuierlich. Gebäude müssen langlebig, energieeffizient und dauerhaft vor Feuchtigkeit geschützt sein. Dafür braucht es gut ausgebildete Handwerker, die moderne Abdichtungstechniken sicher beherrschen.
Die neuen Ausbildungsordnungen sorgen dafür, dass Berufseinsteiger von Anfang an mit aktuellen Verfahren und Materialien arbeiten. Das verbessert nicht nur die Qualität der ausgeführten Arbeiten, sondern macht die Bauberufe auch attraktiver für junge Menschen. Langfristig kann die Reform dazu beitragen, dem Fachkräftemangel in der Bauwerksabdichtung entgegenzuwirken.
Fazit
Die Modernisierung der Ausbildungsordnungen ist ein wichtiger Schritt für die gesamte Baubranche. Auch wenn sich die Änderungen nicht sofort auf jeder Baustelle bemerkbar machen, schaffen sie die Grundlage für besser ausgebildete Fachkräfte und eine höhere Ausführungsqualität. Davon profitieren langfristig sowohl Handwerksbetriebe als auch Bauherren – denn eine fachgerecht ausgeführte Bauwerksabdichtung ist entscheidend für den dauerhaften Schutz eines Gebäudes vor Feuchtigkeit und Folgeschäden.
Stand: 30.07.2026
Sanierputze stoßen an ihre Grenzen: Warum feuchte Wände trotz Sanierung erneut Schäden zeigen
Feuchte Keller und nasse Wände zählen zu den häufigsten Schäden an Bestandsgebäuden. Um die betroffenen Flächen wieder instand zu setzen, kommen häufig Sanierputze zum Einsatz. Sie gelten als bewährte Lösung bei salz- und feuchtebelastetem Mauerwerk. Doch Fachleute weisen darauf hin, dass Sanierputze nur dann dauerhaft funktionieren, wenn zuvor die eigentliche Ursache der Feuchtigkeit beseitigt wurde.
Sanierputze unterscheiden sich deutlich von herkömmlichen Putzen. Dank ihrer speziellen Porenstruktur können sie Salze aufnehmen und Feuchtigkeit als Wasserdampf nach außen abgeben. Dadurch bleibt die Oberfläche länger trocken und Ausblühungen werden reduziert. Was Sanierputze jedoch nicht leisten können: Sie verhindern nicht, dass Wasser weiterhin in das Mauerwerk eindringt.
Ist die Außenabdichtung beschädigt, fehlt eine funktionierende Horizontalsperre oder dringt Wasser über undichte Anschlüsse ein, wird das Mauerwerk kontinuierlich durchfeuchtet. Mit dem Wasser gelangen Salze in den Baustoff, die beim Austrocknen kristallisieren. Die Folge sind erneut Ausblühungen, Risse und abplatzende Putzschichten – selbst wenn die Sanierung zunächst erfolgreich erschien.
Nach Einschätzung von Fachleuten liegen die häufigsten Ursachen für solche Schäden in einer unzureichenden Bauwerksabdichtung, einer dauerhaft hohen Feuchtebelastung oder einer falschen Einschätzung des Schadensbildes. Deshalb sollte vor jeder Sanierung geklärt werden, woher die Feuchtigkeit stammt und welche Abdichtungsmaßnahmen erforderlich sind.
Erst wenn der Feuchteeintrag dauerhaft gestoppt wurde – etwa durch eine Außenabdichtung, eine nachträgliche Horizontalsperre oder eine geeignete Innenabdichtung – kann ein Sanierputz seine eigentliche Aufgabe erfüllen und das Mauerwerk langfristig schützen.
Fazit
Sanierputze sind ein wichtiger Baustein bei der Instandsetzung feuchte- und salzbelasteter Wände, sie ersetzen jedoch keine funktionierende Bauwerksabdichtung.
Eine nachhaltige Sanierung beginnt immer mit der Ursachenanalyse. Nur wenn eindringende Feuchtigkeit dauerhaft gestoppt wird, können Sanierputze ihre volle Wirkung entfalten und die Bausubstanz langfristig vor weiteren Schäden bewahren. Für Fachbetriebe und Hauseigentümer gilt daher gleichermaßen: Erst abdichten, dann sanieren.
Stand: 15.07.2026
Normen im Bauwesen auf dem Prüfstand – Vereinfachungen sollen Baukosten senken
Die Baubranche diskutiert derzeit intensiv über den Umfang technischer Normen und gesetzlicher Vorgaben. Experten aus Politik, Bauwirtschaft und Normung sprechen sich dafür aus, bestehende Regelwerke zu überprüfen und unnötige Anforderungen abzubauen. Ziel ist es, Bauprojekte wirtschaftlicher umzusetzen und den dringend benötigten Wohnungsbau zu beschleunigen.
Warum stehen die Baunormen in der Kritik?
In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche technische Anforderungen eingeführt. Sie betreffen unter anderem den Brand-, Schall- und Wärmeschutz sowie die Barrierefreiheit und Energieeffizienz von Gebäuden.
Viele dieser Regelungen tragen zu einer hohen Bauqualität bei. Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass zusätzliche Anforderungen Planung, Genehmigung und Bauausführung komplexer machen und die Baukosten erhöhen können.
Ziel: Einfacher und schneller bauen
Mit einer Überprüfung bestehender Normen sollen unnötige Doppelregelungen vermieden und Planungsprozesse vereinfacht werden. Gleichzeitig sollen bewährte Standards für Sicherheit, Gesundheit und Qualität erhalten bleiben.
Die Diskussion ist Teil verschiedener Maßnahmen, mit denen der Wohnungsbau in Deutschland beschleunigt und kostengünstiger gestaltet werden soll.
Warum ist das wichtig?
Steigende Baukosten zählen weiterhin zu den größten Herausforderungen der Branche. Vereinfachte Bauvorschriften könnten dazu beitragen,
- Planungszeiten zu verkürzen,
- Genehmigungsverfahren zu vereinfachen,
- Baukosten zu reduzieren,
- Wohnungsbau wirtschaftlicher umzusetzen,
- Investitionen attraktiver zu machen.
Ob und in welchem Umfang Änderungen umgesetzt werden, wird sich im weiteren politischen Verfahren zeigen.
Auswirkungen für Eigentümer und Bauherren
Sollten Bauvorschriften künftig vereinfacht werden, könnten Bauprojekte schneller realisiert werden. Gleichzeitig bleibt entscheidend, dass alle Anforderungen an Sicherheit, Standsicherheit, Brandschutz und Dauerhaftigkeit weiterhin eingehalten werden.
Für Eigentümer und Investoren könnten effizientere Planungs- und Genehmigungsprozesse langfristig mehr Planungssicherheit schaffen.
Die wichtigsten Fakten
- Baunormen und technische Vorgaben werden derzeit überprüft.
- Ziel ist eine Vereinfachung von Planungs- und Bauprozessen.
- Hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards sollen erhalten bleiben.
- Weniger Bürokratie könnte Baukosten und Bauzeiten reduzieren.
- Die Diskussion betrifft den Wohnungsbau ebenso wie gewerbliche Bauprojekte.
Häufig gestellte Fragen
Warum werden Baunormen überprüft?
Die Zahl technischer Vorschriften ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Eine Überprüfung soll dazu beitragen, unnötige Komplexität und Kosten zu reduzieren.
Werden Sicherheitsstandards gesenkt?
Nein. Ziel ist nicht der Abbau wichtiger Sicherheitsanforderungen, sondern die Vereinfachung überflüssiger oder doppelt geregelter Vorgaben.
Welche Vorteile könnten sich ergeben?
Einfachere Bauvorschriften könnten Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen sowie Baukosten senken.
Fazit
Die Überprüfung technischer Baunormen gehört zu den aktuellen Themen der deutschen Bauwirtschaft. Sollte es gelingen, unnötige Regelungen abzubauen und gleichzeitig hohe Qualitätsstandards zu sichern, könnten Bauprojekte künftig effizienter und wirtschaftlicher umgesetzt werden. Die weiteren Entwicklungen werden in den kommenden Monaten mit Spannung verfolgt.
Stand: 18.06.2026
Wohnungsbau am Bedarf vorbei: In Städten fehlen Wohnungen, auf dem Land entstehen zu viele
Der Wohnungsmarkt in Deutschland steht weiterhin vor großen Herausforderungen. Während in vielen Großstädten bezahlbarer Wohnraum knapp ist, werden in zahlreichen ländlichen Regionen Wohnungen gebaut, für die es nur begrenzte Nachfrage gibt. Eine aktuelle Analyse des Immobilienberaters JLL zeigt, dass der Neubau vielerorts nicht dort stattfindet, wo er am dringendsten benötigt wird.
Fehlende Wohnungen in den Ballungsräumen
Nach Einschätzung der Experten entstehen jedes Jahr rund 50.000 Wohnungen in Regionen mit stagnierender oder sogar rückläufiger Bevölkerungsentwicklung. Diese Neubauten tragen kaum dazu bei, den Wohnungsmangel in den großen Städten und wirtschaftlich starken Regionen zu lindern.
Besonders in den deutschen Metropolen bleibt die Bautätigkeit deutlich hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Während dort deutlich mehr Wohnungen benötigt werden, reicht die Zahl der Fertigstellungen nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Die Folge sind steigende Mieten, ein angespannter Wohnungsmarkt und zunehmende Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche.
Hohe Nachfrage nach kleinen Wohnungen
Ein weiteres Problem zeigt sich bei den Wohnungsgrößen. In vielen Städten wächst die Zahl der Einpersonenhaushalte kontinuierlich. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach kleineren Wohnungen. Gleichzeitig werden vielerorts noch immer überwiegend größere Wohnobjekte gebaut, darunter zahlreiche Einfamilienhäuser, die nicht den aktuellen Bedürfnissen vieler Wohnungssuchender entsprechen.
Neubau bleibt auch 2026 auf niedrigem Niveau
Eine deutliche Erholung des Wohnungsbaus ist bislang nicht in Sicht. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit rund 211.000 neu fertiggestellten Wohnungen. Damit liegt die Zahl nur geringfügig über dem Vorjahresniveau und bleibt weiterhin deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf.
Bereits 2025 wurden bundesweit lediglich rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt, der niedrigste Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. Das jährliche Defizit beim Wohnungsbau wird inzwischen auf etwa 80.000 Wohnungen geschätzt.
Baukosten bleiben große Herausforderung
Einer der Hauptgründe für die schwache Neubautätigkeit sind die weiterhin hohen Baukosten. Diese belasten Investoren, Projektentwickler und Bauherren gleichermaßen und erschweren die Umsetzung neuer Wohnungsprojekte.
Dennoch gibt es erste Anzeichen für eine mögliche Stabilisierung des Marktes.
Die Zahl der Baugenehmigungen steigt langsam wieder an, gleichzeitig melden Bauunternehmen weniger Auftragsrückgänge. Auch die Zahl der abgesagten Bauprojekte ist zuletzt zurückgegangen.
Fazit
Der Wohnungsbau in Deutschland kämpft weiterhin mit strukturellen Problemen. Während in vielen Städten dringend neuer Wohnraum benötigt wird, entstehen zahlreiche Neubauten in Regionen mit geringer Nachfrage. Um die Wohnungsnot in den Ballungszentren langfristig zu entschärfen, wird es entscheidend sein, Bauprojekte stärker am tatsächlichen Bedarf auszurichten und gleichzeitig die hohen Baukosten in den Griff zu bekommen.
Stand: 17.06.2026
Sozialwohnungen in Deutschland: Förderprogramme der Bundesländer im Überblick
Der Bestand an Sozialwohnungen in Deutschland geht weiterhin zurück. Zwar werden jedes Jahr neue geförderte Wohnungen gebaut, doch gleichzeitig fallen deutlich mehr Wohnungen aus der Sozialbindung heraus. Dadurch verschärft sich die Situation auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt.
Nach Angaben des Bundesbauministeriums wurden im Jahr 2025 bundesweit mehr als 27.000 neue Sozialwohnungen gefördert. Gleichzeitig verloren jedoch über 57.000 Wohnungen ihren Status als Sozialwohnung, weil die Bindungsfristen ausliefen. Unter dem Strich verringerte sich der Bestand damit erneut und liegt aktuell bei rund 1,05 Millionen Wohnungen.
Bund erhöht die Förderung deutlich
Um dem Rückgang entgegenzuwirken, plant der Bund bis 2029 Investitionen von insgesamt 23,5 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau. Gemeinsam mit den Finanzierungsbeiträgen der Länder soll dadurch ein deutlich höheres Fördervolumen entstehen. Dennoch zeigt sich in vielen Regionen, dass der Neubau die wegfallenden Sozialwohnungen bislang nicht vollständig ersetzen kann.
Besonders stark fiel der Rückgang 2025 in Nordrhein-Westfalen aus. Dort gingen mehr als 18.000 Sozialwohnungen verloren. Auch Berlin und Bayern verzeichneten deutliche Rückgänge. Positiv entwickelten sich dagegen Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen, wo die Zahl der Sozialwohnungen insgesamt anstieg.
Unterschiedliche Strategien in den Bundesländern
Die Bundesländer setzen bei der Wohnraumförderung auf verschiedene Konzepte und Schwerpunkte.
Baden-Württemberg
Baden-Württemberg baut seine Wohnraumförderung kontinuierlich aus. Neben klassischen Neubauprogrammen werden auch Modernisierungen und Mitarbeiterwohnungen unterstützt. Für 2026 steht ein Fördervolumen von rund 1,1 Milliarden Euro bereit. Die Zahl der Sozialwohnungen konnte zuletzt wieder gesteigert werden.
Bayern
In Bayern erfolgt die Förderung vor allem über das Kommunale Wohnraumförderungsprogramm sowie die einkommensorientierte Förderung. Trotz umfangreicher Investitionen sinkt der Bestand an bezahlbaren Wohnungen weiterhin. Für die Jahre 2026 und 2027 sind Fördermittel von rund 3,6 Milliarden Euro vorgesehen.
Berlin
Berlin hat seine Wohnungsbauförderung mehrfach angepasst und fördert unterschiedliche Einkommensgruppen. Besonderes Augenmerk liegt auf barrierefreien Wohnungen sowie Wohnraum für Menschen mit besonderen sozialen Bedürfnissen. Im Jahr 2025 wurden über 5.000 Sozialwohnungen bewilligt.
Brandenburg
Brandenburg setzt verstärkt auf modulares Bauen, um schneller und kostengünstiger Wohnraum zu schaffen. Für die soziale Wohnraumförderung stehen jährlich rund 250 Millionen Euro zur Verfügung.
Hamburg
Hamburg gilt als Vorreiter bei langfristigen Bindungsmodellen. Neben einer Verlängerung der Sozialbindung auf 30 Jahre wurde für neue Projekte teilweise sogar eine hundertjährige Mietpreisbindung eingeführt. Zudem wurden Förderprogramme für Modernisierungen und Haushalte mit mittleren Einkommen erweitert.
Hessen
Hessen investiert sowohl in Neubau als auch in Modernisierung und den Erhalt bestehender Sozialwohnungen. Ein wichtiges Instrument ist der Erwerb von Belegungsrechten, um Wohnungen langfristig für Menschen mit Wohnberechtigungsschein verfügbar zu halten.
Mecklenburg-Vorpommern
Das Land fördert den Wohnungsbau mit zinslosen Darlehen und attraktiven Tilgungsnachlässen. Die Sozialbindung wurde auf bis zu 40 Jahre verlängert, um dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu sichern.
Niedersachsen
Niedersachsen verfolgt das Ziel, bis 2030 rund 40.000 neue Sozialwohnungen zu schaffen. Dafür stehen insgesamt 1,7 Milliarden Euro zur Verfügung.
Nordrhein-Westfalen
Trotz Rekordinvestitionen schrumpft der Bestand an Sozialwohnungen weiter. Gleichzeitig wurden die Einkommensgrenzen für Förderprogramme angehoben und die Mittel für Neubauprojekte deutlich erhöht.
Rheinland-Pfalz
Das Land hat seine Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau nahezu verdoppelt. Unterstützt werden Bauherren durch zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse.
Saarland
Im Saarland wurden die Förderbedingungen modernisiert und die Zielgruppen erweitert. Zudem werden die Fördersätze regelmäßig an steigende Baukosten angepasst.
Sachsen
Sachsen hat zusätzliche Fördermöglichkeiten geschaffen und den Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert. Neben klassischen Sozialwohnungen gibt es inzwischen auch einen zweiten Förderweg für Haushalte mit etwas höheren Einkommen.
Sachsen-Anhalt
Hier liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Modernisierung und Instandhaltung bestehender Wohnungsbestände. Neubauprojekte konzentrieren sich auf Regionen mit besonderem Bedarf.
Schleswig-Holstein
Das Land stellt bis 2027 erhebliche Mittel für den sozialen Wohnungsbau bereit. Gleichzeitig wird über die Gründung einer Landesgesellschaft diskutiert, um Planung und Umsetzung von Wohnungsbauprojekten zu beschleunigen.
Thüringen
Thüringen setzt auf längere Bindungsfristen und zusätzliche Anreize für Investoren, damit Sozialwohnungen länger preisgebunden bleiben. Neue Förderrichtlinien für die Jahre bis 2030 befinden sich bereits in Vorbereitung.
Fazit
Der soziale Wohnungsbau bleibt eine der zentralen Herausforderungen der deutschen Wohnungspolitik. Zwar erhöhen Bund und Länder ihre Fördermittel kontinuierlich, doch die Zahl der neu geschaffenen Wohnungen reicht vielerorts noch nicht aus, um die auslaufenden Sozialbindungen zu kompensieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die umfangreichen Investitionen den Trend nachhaltig umkehren können.
Stand: 16.06.2026
1 . Neue DIN 18533 seit Juni 2026 in Kraft
Die wichtigste Änderung für Planer, Sachverständige, Bauträger und Abdichtungsfirmen betrifft die neue Ausgabe der DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“.
Wesentliche Neuerungen:
- Flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen (FPD) sind nun ausdrücklich als Abdichtungsbauart in der Norm verankert.
- Anforderungen an Planung, Baugrundbewertung und Detailausbildung wurden präzisiert.
- Mehr Rechtssicherheit für Planer und Ausführende.
- Wasserbeanspruchungsklassen W1-E bis W4-E bleiben Grundlage der Systemwahl.
Die bisher häufig notwendige Sonderbegründung für FPD-Systeme entfällt weitgehend.
Bedeutung für die Praxis
Für Kellerabdichtungen, Tiefgaragen, erdberührte Bauteile und Sanierungen im Bestand werden FPD-Systeme künftig deutlich häufiger ausgeschrieben werden. Viele Experten sehen darin die wichtigste Änderung der Bauwerksabdichtung seit mehreren Jahren.
2. Komplette Überarbeitung der Normenreihe DIN 18531–18535
2. Komplette Überarbeitung der Normenreihe DIN 18531–18535
Parallel zur DIN 18533 wird die gesamte Abdichtungsnormenreihe überarbeitet.
Betroffen sind:
- Dachabdichtungen (DIN 18531)
- Befahrbare Verkehrsflächen (DIN 18532)
- Erdberührte Bauteile (DIN 18533)
- Innenraumabdichtungen (DIN 18534)
- Behälter und Becken (DIN 18535)
Die neuen Fassungen werden 2025 und 2026 schrittweise veröffentlicht. Viele Schulungen und Fachseminare beschäftigen sich aktuell mit den Auswirkungen auf Planung, Ausschreibung und Ausführung.
3. Neue Flachdachrichtlinie 2026
Seit Anfang 2026 gilt die neue Flachdachrichtlinie des Dachdeckerhandwerks.
Schwerpunkte:
- Klarere Ausführungsregeln für Dachabdichtungen
- Überarbeitung von Anschlüssen und Durchdringungen
- Anpassung an die aktuelle DIN 18531
- Verbesserte Dokumentation und Planungssicherheit
Dies betrifft insbesondere Flachdachsanierungen im Wohnungs- und Gewerbebau.
4. Trend: Innenseitige Kellerabdichtung gewinnt weiter an Bedeutung
Im Sanierungsmarkt wird verstärkt auf kombinierte Systeme gesetzt:
- Horizontalsperren per Injektion
- Mineralische Dichtungsschlämmen
- Innenseitige Flächenabdichtungen
- Sanierputzsysteme
- Feuchteregulierende Innendämmungen
Grund ist, dass viele Bestandsgebäude nicht wirtschaftlich von außen freigelegt werden können. Fachverbände betonen jedoch weiterhin, dass eine Außenabdichtung technisch die sicherste Lösung bleibt.
5. Nachhaltige Kellersanierung als wachsender Markt
2026 steigt die Nachfrage nach:
- energieeffizienten Kellersanierungen
- Schimmelsanierungen
- Abdichtung bestehender Keller
- Umnutzung von Kellern zu Wohn- und Arbeitsräumen
Besonders gefragt sind Sanierungskonzepte, die Abdichtung, Wärmeschutz und Feuchteregulierung miteinander kombinieren.
6. Mehr Ausschreibungen im Bereich Abdichtung
Branchenportale melden eine hohe Nachfrage nach Leistungen für:
- Tiefgaragenabdichtungen
- Untergeschosse
- Ingenieurbauwerke
- Brücken
- Wasserbauwerke
Der Bereich Bauwerksabdichtung zählt weiterhin zu den nachgefragten Spezialgewerken im Tief- und Ingenieurbau.
Stand: 11.06.2026
DIN 18533 erweitert: Flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen jetzt normativ geregelt
Die Anforderungen an die Bauwerksabdichtung entwickeln sich kontinuierlich weiter. Mit der aktuellen Anpassung der DIN 18533 wurden flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen (FPD) offiziell als Abdichtungsbauart aufgenommen. Damit reagiert die Norm auf die bereits seit Jahren etablierte Praxis auf zahlreichen Baustellen.
Mehr Rechtssicherheit bei der Planung und Ausführung
Die Erweiterung der DIN 18533 betrifft insbesondere die Teile 1 und 3 der Norm. FPD-Systeme werden nun neben klassischen Bitumenabdichtungen und bahnenförmigen Abdichtungen als anerkannte Abdichtungsbauart geführt.
Für Planer, Bauunternehmen und Bauherren bedeutet dies vor allem mehr Rechtssicherheit. Bisher waren bei der Verwendung entsprechender Systeme häufig zusätzliche Vereinbarungen oder besondere Hinweise erforderlich. Diese Hürden entfallen künftig weitgehend.
Einsatz bei drückendem Wasser neu geregelt
Eine wesentliche Änderung betrifft die Abdichtung gegen drückendes Wasser. Zweikomponentige FPD-Systeme dürfen künftig normgerecht auch in diesen Anwendungsbereichen eingesetzt werden.
Gleichzeitig schreibt die Norm bei Druckwasserbeanspruchung den Einbau einer Verstärkungseinlage verbindlich vor. Diese Maßnahme erhöht die Ausführungssicherheit und entspricht bereits der bewährten Praxis vieler Fachbetriebe.
Einkomponentige Systeme bleiben weiterhin auf Anwendungen mit Bodenfeuchte sowie nicht drückendem Wasser beschränkt.
Vorteile für Neubau und Sanierung
Die Aufnahme der FPD-Systeme in die Norm bietet zahlreiche Vorteile für die praktische Bauausführung. Durch kurze Abbindezeiten können Arbeitsabläufe beschleunigt werden. Darüber hinaus lassen sich die Beschichtungen überputzen und überstreichen, wodurch Materialwechsel in sensiblen Anschlussbereichen reduziert werden können.
Besonders im Bereich der Sanierung und Kellerabdichtung eröffnen sich zusätzliche Einsatzmöglichkeiten. Aufgrund ihrer Flexibilität eignen sich die Systeme auch für anspruchsvolle Bestandskonstruktionen und objektspezifische Abdichtungslösungen.
Fazit
Die Anpassung der DIN 18533 stellt einen wichtigen Schritt für die moderne Bauwerksabdichtung dar. Die normative Anerkennung flexibler polymermodifizierter Dickbeschichtungen schafft klare Rahmenbedingungen für Planung und Ausführung und sorgt für mehr Sicherheit auf allen Ebenen des Bauprozesses.
Die Akbulut GmbH verfolgt die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Abdichtungstechnik kontinuierlich, um ihren Kunden jederzeit normgerechte und zukunftssichere Lösungen anbieten zu können.
Stand: 08.06.2026
Was ist neu?
1. FPD sind jetzt offiziell in der Norm verankert
- Bisher mussten Planer bei der Verwendung von FPD häufig auf Sondervereinbarungen oder besondere Hinweise zurückgreifen.
- Künftig gelten FPD normgerecht neben Bitumenabdichtungen und bahnenförmigen Abdichtungen.
2. Zweikomponentige FPD bei drückendem Wasser zulässig
- Das ist die wichtigste technische Änderung.
- Zweikomponentige Systeme dürfen nun auch bei Wasserbeanspruchungen mit Druckwasser eingesetzt werden, ohne zusätzliche vertragliche Sonderregelungen.
3. Verstärkungseinlage wird bei Druckwasser Pflicht
- Bei Abdichtungen gegen drückendes Wasser muss künftig eine Verstärkungseinlage eingebaut werden.
- Diese Vorgehensweise wurde in der Praxis bereits von Herstellern empfohlen und ist nun verbindlich.
4. Einkomponentige FPD bleiben eingeschränkt
- Sie dürfen weiterhin nur bei:
- Bodenfeuchte
- nicht drückendem Wasser
- eingesetzt werden.
5. Riss- und Rissüberbrückungsklassen wurden überarbeitet
- Die Regelungen wurden zusammengeführt und übersichtlicher gestaltet.
Warum ist das wichtig?
Warum ist das wichtig?
Für Planer und Bauträger
- Weniger Dokumentations- und Haftungsaufwand.
- Mehr Rechtssicherheit, da die Bauweise nun ausdrücklich normgerecht ist.
Für ausführende Unternehmen
- Schnellere Ausführung durch kurze Abbindezeiten.
- FPD können überputzt und überstrichen werden.
- Weniger Materialwechsel in kritischen Bereichen wie Sockeln oder bodentiefen Fenstern.
Für Sanierungen
- Besonders interessant für Kellerabdichtungen und Bestandsgebäude.
- Die flexible Anpassung an vorhandene Bauteile erleichtert schwierige Sanierungsfälle.
Kurz gesagt
Die DIN 18533 erkennt FPD nun offiziell als Abdichtungssystem an. Der größte praktische Vorteil ist, dass zweikomponentige FPD jetzt auch bei drückendem Wasser normgerecht eingesetzt werden dürfen, wodurch viele bisher notwendige Sonderregelungen entfallen und die Rechtssicherheit steigt.



